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Schwangerschaft

Herzlichen Glückwunsch!

Anatomisches Bild der Schwangerschaft im 9. Monat

Anatomisches Bild der Schwangerschaft im 9. Monat

Wichtiges zur Schwangerschaft
> Medikamente
> Ein Wort zur Ernährung
> Haarfärbeprodukte

Wie wird eine Schwangerschaft bei uns betreut?
> Ultraschall
> Besonderes Angebot
> Übrigens

Wir freuen uns mit Ihnen, dass Sie ein Kind erwarten.

Da beim Gespräch im Sprechzimmer sicher die eine oder andere Frage unbeantwortet bleibt, haben wir noch einmal aufgeshcrieben, was wir in der Schwangerschaft wichtig halten.

Wichtiges zur Schwangerschaft

Bitte lesen Sie diese Zeilen sorgfältig durch.

  1. Zu Ihrer Lebensgeschichte:
    Gibt es in Ihrer Familie missgebildete Kinder, besonders viele Fehlgeburten, besondere „Familienerkrankungen“, Diabetes, Hochdruck? Ist in einer vorausgegangenen Schwangerschaft ein Problem aufgetreten? Bitte geben Sie diese Informationen an uns weiter. Auch dann, wenn es ein solches Problem in der Familie des zukünftigen Vaters gibt.
  2. Rauchen Sie?
    Wenn Sie es irgendwie schaffen, sollten Sie während der Schwangerschaft und – noch wichtiger - während des Stillens damit aufhören. Vielleicht können Sie auch Ihren Partner zum gemeinsamen gesunden Leben überreden. Gemeinsam geht es leichter. Ein gesundes Kind dankt Ihnen Ihre Mühe.
  3. Alkohol:
    Das Glas Wein, Bier oder Sekt zu wichtigen Anlässen ist natürlich erlaubt, aber nicht mehr und nicht täglich.
  4. Fleisch:
    Absolut verboten ist rohes Fleisch (Tartar, Mett, etc.). Es besteht, wenn auch geringe, Trichinengefahr und vor allem eine Übertragungsmöglichkeit der Toxoplasmose. Außerdem sollten Sie Leber und Leberwurst nur vom Biobauern holen, da das Fleisch der eingeführten Zuchtrinder häufig mit hohen Konzentrationen mit Vitamin A belastet ist. In einer Überdosierung kann dieses Vitamin zu schweren kindlichen Schädigungen führen. Sie dürfen aber gerne Salami und luftgetrockneten Schinken essen.
  5. Milch:
    Sie sollten täglich einen ¼ Liter Milch oder Milchprodukte wie Quark, Joghurt, etc. zu sich nehmen. Das erhält die Härte der Zähne, spendet Kalzium für die Knochen Ihres Kindes und sorgt für eine Menge benötigter Spurenelemente. Rohmilchprodukte (meist nur im Ökoladen oder direkt vom Erzeuger) sollten Sie wegen der selten vorkommenden Listeriose (Infektionskrankheit) ebenfalls meiden. Käse aus hocherhitzten Milchprodukten sind absolut ungefährlich, wie zum Beispiel Mozarella.
  6. Zähne:
    Nach der 12. Schwangerschaftswoche sollten sie zur Kontrolle einmal zu Ihrem Zahnarzt gehen. „Pro Kind ein kaputter Zahn“ wurde früher gesagt. Das muss nicht sein, wenn Sie Ihre Zähne sorgfältig pflegen. Der Zahnschmelz ist weich und bietet leicht Angriffsfläche für Karies. Zahnfleischbluten, wie auch gelegentliches Nasenbluten, sind übrigens völlig normale Phänomene in der Schwangerschaft. Sie haben mit der veränderten Blutgerinnung in Ihrem „Zustand“ zu tun.
  7. AIDS-Test:
    Ein HIV-Test kann im Rahmen der Blutabnahme für den Mutterpass mit durchgeführt werden. Wir möchten vorsorglich darauf hinweisen, dass bei uns keine vollständige Anonymität gewährleistet werden kann. Wenn Sie einen anonymen Test möchten, sollten sie entweder zur AIDS-Beratungsstelle im Gesundheitsamt oder zur AIDS-Hilfe Lüneburg gehen.
  8. Katzen:
    Sollten die Werte im Mutterpass anzeigen, dass Sie noch keine Toxoplasmose durchgemacht haben, vermeiden Sie den Kontakt mit Katzen. Diese, für Erwachsene harmlose Infektionskrankheit wird über Katzenkot oder rohes Fleisch übertragen und kann zu Gehirnschädigungen bei Ihrem ungeborenen Kind führen.
    Buddeln Sie bitte deshalb auch im Garten nur mit Handschuhen.
  9. Medikamente:

    Es wird Ihnen möglicherweise so vorkommen, als hätten Sie noch nie so viele Medikamente eingenommen, wie jetzt während Ihrer Schwangerschaft. Aber dies hat gute Gründe! Mit folgenden Medikamenten könnten Sie es zu tun bekommen:

JOD

Entgegen früheren Empfehlungen, lediglich Jodhaltiges Salz und Seefisch zu essen, wird heute allen Schwangeren empfohlen zusätzlich 100 μg Jodid täglich in Tablettenform zu sich zu nehmen. Nehmen Sie jedoch schon ein Schilddrüsenmedikament wegen einer bekannten Erkrankung ein, bitten wir Sie die Dosis durch Ihren behandelnden Arzt anpassen zu lassen.

Ärgerlich ist, dass Jod für die Krankenkassen als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft wird und daher nicht kassenverordnungsfähig ist. Sie bekommen von uns ein Privatrezept.

Folsäure

Wir empfehlen die Einnahme von Folsäure nur in ganz speziellen Fällen: Z.B. wenn Sie starke Raucherin sind oder wenn Sie Medikamente wegen einer Anfallserkrankung (wie Epilepsie) nehmen.

Sinnvoll ist die vorsorgliche Einnahme von Folsäure nur dann, wenn Sie schon ein Kind mit einer Spaltbildung (offener Rücken, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte) geboren haben, oder wenn diese äußerst seltene Fehlbildung in Ihrer Familie gehäuft auftritt, oder wenn Sie oder überhaupt kein Obst und Gemüse – den natürlichen Folsäurelieferanten – essen. Dann ist eine Einnahme bereits vor der Befruchtung bis 12 Wochen danach erforderlich.

Eisen

Sie brauchen während der Schwangerschaft doppelt so viel Eisen wie ohne Baby im Bauch. So kann es erforderlich sein, Eisen in Tablettenform zu sich zu nehmen. Wir testen dies regelmäßig mit kleinen Blutabnahmen aus dem Ohrläppchen. Sie fühlen sich bei Eisenmangel schlapp und müde, da Ihr Kind ihre Eisenspeicher „ausraubt“. Man sollte die Tablette möglichst morgens mit einem Schluck Orangensaft (Vitamin C) nehmen, da dadurch das Eisen besser in den Körper aufgenommen werden kann. Ihr Stuhl färbt sich dadurch übrigens dunkel – nicht erschrecken – und manchmal gibt es auch Verstopfung. Bitte viel Trinken!

Magnesium

Falls Sie unter Wadenkrämpfen oder später unter vorzeitigen Wehen leiden, werden bis zu 6 (!) Tabletten erforderlich. Magnesium beruhigt die Muskulatur der Waden und der Gebärmutter ohne das Kind zu schädigen.

Medikamente bei Sodbrennen

Da der Muskel am Magenausgang als „Korken“ des Magens in der Schwangerschaft nicht mehr richtig schließt und sie außerdem wesentlich mehr Magensäure produzieren, leiden viele Frauen in der Schwangerschaft unter sauerem Aufstoßen, dem Sodbrennen. Dies lässt sich mit milchähnlichen, für das Kind ungefährlichen, Medikamenten gut neutralisieren. Auch langsam gekaute Nüsse sind nicht schlecht – aber Vorsichtig: Nüsse enthalten viele Kalorien. Und sie wissen ja: Entgegen früherer Vorstellungen sollte man in der Schwangerschaft n i c h t für zwei essen.

Ein Wort zur Ernährung:

Essen Sie bunt durcheinander, ganz normal, dann haben Sie die größte Chance, dass auch alles „drin“ ist, was Ihr Körper braucht. Gehen Sie ruhig Ihren gelüsten nach, Ihr Körper weiß ganz genau was ihm gut tut.

Übelkeit:

Am Anfang der Schwangerschaft kann Ihnen entweder so übel sein, dass schon der Gedanke an Essen unerträglich ist oder Sie haben ein ständiges Hungergefühl. Essen Sie das Unwohlsein, wenn es geht, einfach weg. Es gibt hunderte von guten Ratschlägen zu diesem Thema. Hier ein paar bewährte von uns: Zehn mal am Tag kleine Malzeiten – Traubenzucker in der Tasche für Kreislaufnotfälle – Ingwerplätzchen – Cola/Fanta/Sprite (Hilft manchmal durch die Kohlensäure und den Zuckeranteil).

Falls Sie zeitweise nichts essen möchten ist das auch in Ordnung. Eine Gewichtsabnahme in den ersten Wochen ist für Ihr Baby nicht schlimm, es holt sich was es braucht aus Ihrem Blut. Ab dem 4./5. Monat nehmen Sie dann auch zu.

Vegetarierinnen sollten uns von Ihren Essgewohnheiten erzählen.

Übrigens – wir wiegen nur auf Wunsch während der Schwangerschaft. Ihr Gewicht hat, von wenigen Ausnahmen abgesehen, keinen Einfluss auf die Gesundheit oder Größe Ihres ungeborenen Kindes.

Haarfärbeprodukte (Tönungen und Färbemittel):

Haarfärbeprodukte sind in den letzten Monaten wegen Ihres Anteils an 2,4-Toluylendiamin ins Gerede gekommen. Zum einen, weil die Chemikalie Krebserregend sein soll, zum anderen, weil Sie im Tierversuch fruchtschädigend wirkt (Ökotest 06/2005): Also vielleicht lieber auf Naturprodukte umsteigen.

Wie wird eine Schwangerschaft bei uns betreut?

Nach Feststellung der Schwangerschaft mittels Ultraschall und einer Blutabnahme kommen Sie in der Regel etwa 2 Wochen später, um mit uns den Mutterpass auszufüllen, einen Abstrich am Muttermund zum Ausschluss einer bösartigen Veränderung und einem Chlamydienabstrich durchführen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt wird durch eine 2. Ultraschalluntersuchung der Entbindungstermin festgelegt und während der Schwangerschaft nicht mehr verändert.

Die weiteren Vorsorgeuntersuchungen finden bei einer normalen Schwangerschaft alle 4 Wochen statt. Ab der 32. Schwangerschaftswoche wird Ihr besuch bei uns häufiger: Alle 2 Wochen. Es wird eine Herzton-Wehen-Kurve (CTG) geschrieben, die eine zuverlässige Aussage über den derzeitigen Zustand Ihres Kindes zulässt. Dies dauert eine halbe Stunde. Vielleicht hat Ihr Mann ja Zeit und Lust mitzukommen und die Zeit zu verklönen.

Väter sind übrigens immer herzlich willkommen!

Falls Sie den errechneten Entbindungstermin überschreiten (eine Schwangerschaft dauert im durchschnitt 40 Wochen), werden alle zwei Tage Kontrollen durchgeführt. Eine solche Übertragung ist völlig ungefährlich und häufig, da die Terminberechnung nur eine statistische Größe ist. Wann Ihr Kind zur Welt kommt, bestimmt es ganz alleine. Behalten Sie also Geduld und „schalten Sie auf Durchzug“, wenn die gesamte Verwandtschaft ständig nachfragt.

Ultraschall

Von den Krankenkassen werden in einer normalen Schwangerschaft 3 Ultraschalluntersuchungen vorgeschrieben und bezahlt. Bei uns ist ein 4. Ultraschall in der Frühschwangerschaft üblich.

Den von uns so genannten „Großen Ultraschall“ um die 22. Schwangerschaftswoche finden wir am wichtigsten, weil hier viele Missbildungen ausgeschlossen werden können. Für diese Untersuchung haben wir feste Termine vorgesehen.

Dabei führen wir auch eine Farbdoppleruntersuchung der mütterlichen Blutgefäße der Gebärmutter durch. Sie versorgen den Mutterkuchen. Finden wir bei dieser Untersuchung auffällige Befunde, könnte es am Ende der Schwangerschaft zu einem Hochdruck bei Ihnen und einer Wachstumsverlangsamung Ihres Kindes kommen, weil der Mutterkuchen nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird.

Der letzte Ultraschall findet in der 32.- bis 34. Schwangerschaftswoche statt, um z.B. Sitz des Mutterkuchens, Lage und Größe des Kindes und die Menge des Fruchtwassers zu beurteilen.

Weitere Ultraschalluntersuchungen sind auch nach den Mutterschaftsrichtlinien nicht vorgesehen, obwohl es spezielle medizinische Gründe gibt (Siehe den Absatz über „Genetische Defekte“).

Zum Thema Zuckererkrankung (DIABETES) in der Schwangerschaft:

Zwischen der 24.- und der 28. Schwangerschaftswoche führen wir einen Test durch, der die Neigung zur Diabeteserkrankung aufdecken soll. Diese Erkrankung kann zu einem großen Baby und damit erhöhtem Geburtsrisiko führen. Für diesen Test müssen Sie ein Glas Zuckerwasser trinken. Eine Stunde später wird Ihnen Blut abgenommen und das Ergebnis auch gleich mitgeteilt.

Obwohl medizinisch sehr Sinnvoll, ist diese Untersuchung noch keine Kassenleistung.

Sie müssen dafür 5 € bezahlen.

Und nun noch das ganz besonderes Angebot:

Frau Claudia Erdmann-Rabeler und Frau Nina Heyken sind in unserer Praxis als freiberufliche Hebammen niedergelassen. Wenn Sie wollen, übernehmen Sie ab der 22. Schwangerschaftswoche (Beginn des 6. Monats) abwechselnd mit uns die Vorsorgeuntersuchungen. Sie wissen am besten über die Entbindungsmöglichkeiten in und um Lüneburg bescheid. Frau Erdmann-Rabeler bietet in der Hebammenpraxis hier im Hause (II. OG) Vorbereitungskurse für Paare an und übernimmt, soweit es Ihre Zeit zulässt, die Wochenbettbetreuung nach ambulanten Entbindungen. Sie ist eine hervorragende Ansprechpartnerin für Ihre Nöte in und um die Schwangerschaft.

Über die ausliegenden Hebammenlisten haben außerdem die Möglichkeit eine Hebamme, bzw. einen Kurs auszuwählen. Bitte melden Sie sich rechtzeitig ab der 16. Schwangerschaftswoche an.

Übrigens:

Eine Schwangerschaft ist zwar anstrengend, aber wenn Sie sich gut fühlen können Sie selbstverständlich weiter Sport treiben, auch Reiten, in die Sauna gehen, Geschlechtsverkehr haben und in den Urlaub fahren (auch mit dem Flugzeug). Lassen Sie sich nicht verunsichern – Sie wissen am besten wie es Ihnen geht und was Sie sich zumuten können.

Erst wenn eine Untersuchung etwas Beunruhigendes ergibt oder wenn Sie Blutungen oder Wehen bekommen, gelten neue Verhaltensregeln.