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Schwangerschaft

Herzlichen Glückwunsch

  • Wichtiges zur Schwangerschaft
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Ernährung
  • Wie wird eine Schwangerschaft bei uns betreut?
  • Viel diskutiert
  • Wir freuen uns sehr mit Ihnen, dass Sie ein Kind erwarten.
    Da beim Gespräch im Sprechzimmer sicher die eine oder andere Frage unbeantwortet bleibt oder schlicht vergessen wird, haben wir noch einmal aufgeschrieben, was wir in der Schwangerschaft für wichtig halten. Bitte lesen Sie diese Zeilen sorgfältig durch.

    Zu Ihrer Lebensgeschichte:

    Gibt es in Ihrer Familie Kinder mit Behinderungen, viele Fehlgeburten, eine besonders häufig vorkommende Erkrankung, Diabetes, Hochdruck? Ist in einer vorausgegangenen Schwangerschaft ein Problem aufgetreten? Bitte geben Sie diese Informationen an uns weiter. Auch dann, wenn es Besonderheiten in der Familie des zukünftigen Vaters gibt.

    Müssen Sie regelmäßig Medikamente nehmen:

    Bitte teilen Sie uns unbedingt mit, ob Sie regelmäßig Medikamente einnehmen. Eventuell muss hier eine Umstellung vorgenommen werden.

    Rauchen Sie?

    Wenn Sie es irgendwie schaffen, sollten Sie während der Schwangerschaft und – noch wichtiger – während des Stillens damit aufhören. Vielleicht können Sie auch Ihren Partner zum gemeinsamen gesunden Leben überreden. Gemeinsam geht es leichter! Ein Kind , das durch Ihren nicht geschädigten Mutterkuchen gut ernährt wird und später weniger Lungenprobleme hat, dankt es Ihnen.

    Fleisch:

    Absolut verboten ist rohes Fleisch (Tartar, Mett etc.). Es besteht, wenn auch geringe, Trichinengefahr und vor allem eine Übertragungsmöglichkeit der Toxoplasmose.
    Leber und Leberwurst sollten nur vom Biobauern gegessen werden. Es wird vermutet, dass industriell hergestellte Leberwurst eine zu hohe Konzentration von Vitamin A enthält, das in hoher Konzentration zu schweren kindlichen Schädigungen führen kann.
    Gekochter, geräucherter Schinken und Salami sind erlaubt, wenn sie sauber gelagert oder verschweißt sind und nicht über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus gegessen werden. Wie bei Lebensmitteln generell, gelten immer die gängigen Hygienemaßnahmen, ob im Herstellerbetrieb oder bei Ihnen zuhause. Also z.B. den Salat und das Gemüse gut waschen, und die Hände nach dem Kontakt oder der Zubereitung von rohem Fleisch gründlich waschen.

    Fisch:

    Das Gleiche gilt übrigens auch für Fisch:
    Roher Fisch ist wegen der Möglichkeit einer Infektion z.B. mit Fischbandwurm oder Listeten verboten. Beides sind jedoch extrem seltene Infektionen. Verzichten sie trotzdem besser auf Sushi mit rohem Fisch. Alle andern Sushi-Artem sind natürlich genehmigt! (Gemüse, Schillerlocken, Ente, etc.)
    In der Diskussion steht auch immer wieder "geräucherter Lachs" - Sauber gelagert und verpackt und innerhalb des Mindesthaltbarkeitsdatums gegessen, sollte dies kein Problem sein.

    Milch:

    Ein 1/4-Liter Milch, Milchprodukte wie Joghurt, Quark etc. nützen Ihren Zähnen und den Knochen Ihres Kindes, außerdem enthalten sie eine Menge Spurenelemente.
    Rohmilchprodukte (meist nur im Ökoladen oder direkt vom Bauern) sollten Sie wegen der sehr selten vorkommenden Listeriose (Infektionskrankheit) meiden.
    Käse aus hocherhitzten Milchprodukten ist jedoch absolut ungefährlich, wie auch z.B. abgepackter Mozzarella.
    Sollten Sie eine Milcheiweißallergie haben, nehmen Sie bitte Kalziumtabletten. Es reichen auch die vom Discounter.

    Zähne:

    „Ein kaputter Zahn bei jedem Kind“ wurde früher gesagt. Das muss nicht sein, wenn Sie Ihre Zähne sorgfältig pflegen. Ein Zahnarztbesuch nach der 12. SSW (wegen einer möglichen Betäubung vor dem „Bohren“ bitte nicht früher) sollte zu Ihrem Schwangerschaftsprogramm gehören.
    Der Zahnschmelz ist weich und bietet leichte Angriffsfläche für Karies.
    Zahnfleischbluten und gelegentliches Nasenbluten sind übrigens völlig normale Phänomene während der Schwangerschaft und haben mit den veränderten Gerinnungseigenschaften des Blutes zu tun.

    HIV-Test:

    Im Rahmen der Blutabnahme für den Mutterpass wird Ihnen ein HIV-Test angeboten, der sicher sinnvoll ist. Wir möchten fürsorglich jedoch darauf hinweisen, dass bei uns keine vollständige Anonymität gewährleistet werden kann. Wenn Sie einen anonymen Test möchten, sollten Sie zur AIDS-Beratungsstelle im Gesundheitsamt gehen.

    Katzen:

    Bei der ersten Blutabnahme testen wir kostenlos mit, ob Sie schon einmal eine Toxoplasmose durchgemacht haben. Diese Erkrankung wird über Katzenkot und über rohes Fleisch übertragen. Die Infektion während der Schwangerschaft kann zu Hirnschädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen. Buddeln Sie bitte deshalb im Garten nur mit Handschuhen und waschen Sie sich die Hände, bevor Sie etwas essen, wenn sie mit Ihrer Katze geschmust haben. Dies gilt natürlich nur für Katzen, die auch das Haus/die Wohnung verlassen. „Sofa-Tiger“ fressen keine Mäuse, die die Toxoplasmose übertragen.
    Hatten Sie die Erkrankung bis jetzt noch nicht, könnten Sie in der Mitte der Schwangerschaft einen weiteren Test machen lassen, der dann allerdings selbst bezahlt werden muss.

    Haarfärbeprodukte:

    Es ist diskutiert worden, ob Haarfärbemittel (vor allem die dunklen Farben) möglicherweise zu einer Erhöhung des Blasenkrebsrisikos führen. In diesem Zusammenhang wird auch davon abgeraten, in der Schwangerschaft Haare zu färben. Vielleicht besser Bioprodukte benützen. Strähnchen sind sicher erlaubt.

    Nahrungsergänzungsmittel während der Schwangerschaft:

    Es wird Ihnen möglicherweise so vorkommen, als hätten Sie noch nie so viele Medikamente eingenommen, wie jetzt während der Schwangerschaft. Aber meist sind es nur Substanzen, die das Kind zur Entwicklung im Überfluss braucht. Sie werden deshalb auch nicht von den Krankenkassen bezahlt. Sie bekommen von uns ein Privatrezept.
    Bitte überprüfen Sie auch kritisch, ob Sie die z.T. sehr teuren Nahrungsergänzungsmittel der Industrie speziell für die Schwangerschaft wirklich brauchen. Wir glauben, dass diese Mischprodukte bei unseren Essgewohnheiten nicht erforderlich sind.

    1. Folsäure
    2. Eine ausreichende Aufnahme von Folsäure ist schon zum Zeitpunkt der Befruchtung wichtig. Sie haben dies wahrscheinlich schon getan, wenn Sie in einer Kinderwunschbehandlung waren, oder wenn Sie bereits ein Kind mit einer Spaltbildung haben (Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte oder offener Rücken), oder wenn diese seltene Erkrankung gehäuft in der Familie aufgetreten ist.
      Für alle anderen Frauen gilt als Empfehlung: vom Zeitpunkt der Schwangerschaftsfeststellung bis ungefähr zur 12. Schwangerschaftswoche sollten 800 mg Folsäure eingenommen werden, ab der 12.Woche bis zum Ende der Stillzeit 400 mg. Besonders empfohlen wird die Folsäure-Einnahme den Frauen, die Medikamente wegen eines Anfallsleidens nehmen müssen, starken Raucherinnen und Frauen, die überhaupt kein Obst und Gemüse - den natürlichen Folsäurelieferanten – essen.

    3. Jod
    4. Es wird zur Zeit empfohlen, 150 mg Jod täglich in Tablettenform zu sich zu nehmen.
      Nehmen Sie jedoch wegen einer Schilddrüsenerkrankung schon ein Schilddrüsenmedikament, bitten wir Sie die Dosis ab der 16. SSW von Ihrem Arzt neu einstellen zu lassen.

    5. Eisen:
    6. Sie brauchen während der Schwangerschaft etwa doppelt soviel Eisen. Sie fühlen sich bei Eisenmangel schlapp und müde, weil Ihr Kind Ihre Eisenspeicher „ausraubt“. So kann es erforderlich sein, Eisen in Tablettenform zu sich zu nehmen. Wir testen dies jedoch regelmäßig mittels Blutabnahmen aus dem Ohrläppchen.
      Man sollte die Tablette möglichst morgens mit einem Schluck Orangensaft (Vitamin C) nehmen, da dadurch das Eisen besser in den Körper aufgenommen werden kann. Ihr Stuhl färbt sich dadurch übrigens dunkel – nicht erschrecken – und manchmal gibt es auch Verstopfung. Bitte viel trinken.

    7. Magnesium:
    8. Falls Sie während der Schwangerschaft unter meist nächtlichen Wadenkrämpfen leiden, oder vorzeitige Wehen das Leben schwer machen, brauchen Sie Magnesium. Manchmal in hohen Dosen – dies beruhigt die Muskulatur der Waden und der Gebärmutter ohne Ihr Kind zu schädigen.

    9. Sodbrennen:
    10. Da der Muskel am Magenausgang als „Korken“ des Magens nicht mehr richtig schließt und Sie wesentlich mehr Magensäure produzieren, leiden viele Frauen unter „ saurem Aufstoßen“, dem Sodbrennen. Dies lässt sich mit neutralisierenden, für das Kind ungefährlichen, Medikamenten lindern. Auch Nüsse und Heilerde helfen manchmal.

    Noch ein Wort zur Ernährung:

    Essen Sie bunt durcheinander, ganz normal. Dann haben Sie die größte Chance, dass auch alles „drin“ ist, was Ihr Körper braucht. Essen Sie ruhig das, worauf Sie gerade Lust haben. Ihr Körper weiß ganz genau, was ihm guttut.

    Am Anfang der Schwangerschaft kann Ihnen entweder so übel sein, dass schon der Gedanke an Essen unerträglich ist, oder Sie haben ein ständiges Hungergefühl. Essen Sie das Unwohlsein, wenn es geht einfach weg. Es gibt hunderte von Ratschlägen zu diesem Thema. Hier ein paar bewährte von uns:

    • 10 x am Tag kleine Mahlzeiten
    • Traubenzucker in der Tasche für Kreislaufnotfälle
    • Ingwerplätzchen oder –tees
    • Cola/Sprite etc. hilft manchmal durch die Kohlensäure und den „schnellen“ Zucker

    Falls Sie zeitweise nichts essen möchten, ist dies auch in Ordnung. Eine Gewichtsabnahme in den ersten Wochen ist für Ihr Baby nicht schlimm – es holt sich, was es braucht aus Ihrem Blut.
    Ab dem 4./5. Monat nehmen dann auch Sie zu.

    Sollten Sie sehr einseitige Essgewohnheiten haben : z.B. vegan – teilen Sie uns das unbedingt mit, da es zu einer Mangelernährung Ihres Kindes kommen kann.

    Übrigens: wir wiegen nur auf Wunsch. Ihr Gewicht hat, von wenigen Ausnahmen abgesehen, keinen Einfluss auf die Gesundheit oder Größe Ihres ungeborenen Kindes.

    ZUCKERERKRANKUNG (Diabetes) in der Schwangerschaft:

    Zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche führen wir einen – freiwilligen – Test durch, der die Neigung zum Schwangerschaftsdiabetes aufdecken soll. Diese Erkrankung kann zu einem großen Baby und damit zu einem erhöhten Geburtsrisiko führen. Für diesen Test müssen Sie ein Glas Zuckerwasser trinken. Eine Stunde später wird Ihnen Blut abgenommen und das Ergebnis wir auch gleich mitgeteilt.

    Sollte der Wert nach einer Stunde zu hoch sein, besteht ein 30%-iges Risiko, dass Ihre Bauchspeicheldrüse am Ende der Schwangerschaft nicht genügend Insulin produziert. Ob Sie zu dieser Gruppe gehören, wird mit Hilfe eines 2-Stunden-Testes festgestellt. Erst danach wird entschieden, ob Sie zum Beispiel eine Kohlenhydratdiät einhalten müssen, oder wirklich Insulin benötigen.

    Sport:

    Eine Schwangerschaft ist zwar anstrengend, aber wenn Sie sich gut fühlen, können Sie selbstverständlich weiter Sport treiben, auch reiten, in die Sauna gehen, Geschlechtsverkehr haben, in den Urlaub fahren (auch mit dem Flugzeug zumindest bis zur 32. SSW).

    Lassen Sie sich nicht verunsichern – sie wissen am besten wie es Ihnen geht und was Sie sich zumuten können.

    Erst wenn eine Untersuchung etwas Beunruhigendes ergibt oder wenn Sie Blutungen oder Wehen bekommen, gelten neue Verhaltensregeln.

    Wie wird bei uns eine Schwangerschaft betreut?

    Nach Feststellung der Schwangerschaft mittels Ultraschall und einer Blutabnahme kommen Sie in der Regel etwa 2 Wochen später, um mit uns den Mutterpass auszufüllen. Außerdem wird ein Abstrich vom Muttermund zum Ausschluss einer bösartigen Veränderung durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt wird durch eine 2. Ultraschalluntersuchung der Entbindungstermin festgelegt und während der Schwangerschaft nicht mehr verändert.
    Die weiteren Vorsorgeuntersuchungen finden bei einer normalen Schwangerschaft alle 4 Wochen statt. Ab der 32. Woche wird Ihr Besuch bei uns häufiger: alle 2 Wochen. Ihr Baby wird ab diesem Zeitpunkt über eine Herztonkurve (CTG) überwacht. Das dauert ca. eine halbe Stunde. Vielleicht hat Ihr Mann ja Zeit und Lust mitzukommen.

    Väter sind übrigens immer herzlich willkommen!

    Falls Ihr Kind bis zum errechneten Entbindungstermin noch nicht den Weg in die Welt gefunden hat, werden 2-tägige Kontrollen durchgeführt. Eine solche Übertragung ist völlig ungefährlich und häufig, da die Terminberechnung nur eine statistische Größe ist.
    Wann IHR Kind zur Welt kommt, bestimmt es ganz alleine. Behalten Sie also Geduld und „schalten Sie auf Durchzug“, wenn die gesamte Verwandtschaft ständig nachfragt.

    ULTRASCHALL

    Von den Krankenkassen werden in einer normalen Schwangerschaft 3 Ultraschalluntersuchungen vorgeschrieben und bezahlt. Bei uns ist ein 4. Ultraschall in der Frühschwangerschaft üblich, häufig auch noch eine Gewichtsbestimmung am Ende der Tragzeit.
    Den von uns so genannten „Großen Ultraschall“ (oder Zweittrimesterscreening oder Feindiagnostik) um die 22. Schwangerschaftswoche finden wir am wichtigsten, weil hier viele Fehlbildungen ausgeschlossen werden können. Für diese Untersuchung haben wir Termine an bestimmten Wochentagen vorgesehen.
    Seit dem 1.6.2013 können Sie bei dieser Untersuchung zwischen zwei Alternativen wählen, um eventuelle Auffälligkeiten zu erkennen:

    • a: Einer "Basis-Ultraschalluntersuchung"
    • b: Einer "Erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung"

    Wenn Sie sich für eine Basis-Ultraschalluntersuchung entscheiden werden nur Größe und Lage des Kindes in der Gebärmutter bestimmt. Wenn Sie sich für einen erweiterten Basis-Ultraschall entscheiden werden zusätzlich der Kopf des Kindes, Hals, Rücken, Brustkorb und Rumpf des Babys untersucht um eventuelle Fehlbildungen festzustellen. Auch diese Ultraschalluntersuchung wird von der Krankenkasse übernommen.
    Dabei führen wir auch eine Farbdoppleruntersuchung der mütterlichen Blutgefäße der Gebärmutter durch, um Wachstumsverzögerungen Ihres Kindes eventuell schon vorhersehen zu können.
    Der 4. Ultraschall findet in der 30.-34. SSW statt, um z.B. den Sitz des Mutterkuchens, Lage und Größe des Kindes und die Menge des Fruchtwassers zu beurteilen.
    Wenn erforderlich, werden natürlich auch dazwischen Untersuchungen durchgeführt.
    Weitere Ultraschalluntersuchungen sind nach den Mutterschaftsrichtlinien nicht vorgesehen, obwohl es spezielle medizinische Gründe gibt (siehe den Absatz über „Genetische Defekte“).

    3D/4D Ultraschall ist eine reine Selbstzahlerleistung. Er ist im Katalog der Krankenkassen nicht vorgesehen.

     

    Hebammenbetreuung:

    Frau Katrin Büsscher und Frau Antje König sind in unserer Praxis als freiberufliche Hebammen niedergelassen. Wenn Sie möchten, übernehmen sie ab der 20. SSW abwechselnd mit uns die Vorsorgeuntersuchungen. Sie wissen am besten über die Entbindungsmöglichkeiten in und um Lüneburg Bescheid und können Ihnen in vielen Fragen rund um die Schwangerschaft behilflich sein.
    Soweit es Ihre Zeit erlaubt, übernehmen sie auch die Wochenbettbetreuung.
    Über die ausliegenden Hebammenlisten haben Sie außerdem die Möglichkeit eine Hebamme, bzw. einen Geburtsvorbereitungskurs auszuwählen.

    Und noch einige Worte zu einem viel diskutiertem Thema:

    Pränatale Diagnostik – Genetischer Defekt (z.B. Trisomie 21)

    Immer wieder ist in der Vergangenheit versucht worden, vorherzusagen, ob ein ungeborenes Kind ein Chromosom (menschliches Erbmaterial) zu viel hat und deshalb „mongoloid“ geboren werden wird (Trisomie 21). Ab einem mütterlichen Alter von über 35 Jahren steigt das Risiko schnell an.
    Die größtmögliche Sicherheit, einen solchen Defekt auszuschließen, bekommt man noch immer durch invasive Methoden wie einer Fruchtwasserpunktion (Amniocentese) oder einer Gewebeentnahme aus dem Mutterkuchen (Chorionzottenbiopsie). Da diese Eingriffe jedoch nicht ohne Risiko sind (0,5 – 1 % Fehlgeburten aufgrund des Eingriffs), wurde immer wieder nach Alternativen gesucht.
    Mit Hilfe von neuen hochauflösenden Ultraschallgeräten konnte ein Verfahren entwickelt werden, bei dem ohne Eingriff am Foeten eine gute Aussage über die chromosomale Gesundheit des Kindes gemacht werden kann:

    Zwischen der 11. Und der 14. SSW wird im Bereich des kindlichen Nackens eine Flüssigkeitsansammlung vermessen (Nackentransparenz oder Nackenfalte). Zusätzlich zu einer Reihe von anderen Informationen wird dieser Messwert in ein europaweit erstelltes Programm eingespeist. Als Ergebnis erhalten Sie eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit mit der Ihr Kind eine Trisomie aufweist.
    Auch wenn dies keine Sicherheit darstellt, werden immerhin 80 % aller Trisomie-kinder mit Hilfe dieses Verfahrens entdeckt. Lassen Sie sich auch noch Blut abnehmen, aus dem 2 Hormonparameter bestimmt werden (PAPP a und free ß-HCG), erhöht sich die Wahrscheinlichkeit um weitere 10 % auf 90%.
    Nach Durchlaufen jährlicher Qualifizierungsverfahren sind wir berechtigt, Ihnen diese Messung anzubieten. Leider ist dies, wie sooft, nicht Bestandteil der Mutterschaftsvorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Falls Sie eine solche Untersuchung wünschen, vereinbaren Sie mit uns einen besonderen Termin zwischen der 12. Und 14. SSW.

    Nichtinvasive pränatale Untersuchung aus dem Blut der Mutter:

    Seit kurzer Zeit steht eine neue Möglichkeit zur Verfügung, die Anzahl der Chromosomen Ihres Kindes zu testen: Im mütterlichen Blut schwimmt freie kindliche DNA aus der in einem komplizierten Verfahren die wahrscheinliche Menge der Chromosomen 21, 18 und 13 gefunden werden können. Diese Methode ist sehr zuverlässig und wird für das Chromosom 21 mit über 99% angegeben.
    Es wird dafür frühesten in der 10. SSW von Ihnen Blut abgenommen.
    Nach deutschem Recht darf das Ergebnis dann in der 12. SSW mitgeteilt werden Sie können dann auch entscheiden, ob Sie das Geschlecht wissen möchten.
    Der Test kann jedoch keine ausführliche Ultraschalluntersuchung ersetzen, bei der strukturelle Veränderungen beim ungeborenen Kind erkannt werden können.

    Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie zu diesem komplizierten Thema noch Fragen haben.

    Untersuchung des Scheidenmilieus auf Streptokokken:

    Streptokokken sind Bakterien, die zum normalen Keimspektrum der Scheide gehören können. Bei einer nicht schwangeren Frau stellen sie keinen behandlungsbedürftigen Befund dar.
    Anders ist das, wenn ein neugeborenes Kind damit infiziert wird, vor allem, wenn es zum vorzeitigen Blasensprung kommt und das Baby noch unreif ist. Dann kann es zu einer gefürchteten Neugeboreneninfektion kommen (Sepsis). Es gibt deshalb die Empfehlung, nach diesen Keimen kurz vor der Entbindung zu suchen, um während der Geburt eine Antibiotikaprophylaxe (vorsorgliche Antibiotikagabe) durchführen und das neugeborene Kind dadurch schützen zu können.
    Auch dies ist keine Kassenleistung und muss selbst bezahlt werden. Sprechen Se uns an, wenn Sie diese Vorsorge wünschen.

    So – jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Viel Spass mit dem runder werdenden Bauch !!!!

    Ihr Praxisteam

    P.S.: Hier noch eine nette, und vor allem kontrollierte, Internetseite:

    www.frauenaerzte-im-netz.de, da auf die Schwangerschaftsseite gehen

    Impressum © F. Geist 2015
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    Schwangerschaft

    Herzlichen Glückwunsch

  • Wichtiges zur Schwangerschaft
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Ernährung
  • Wie wird eine Schwangerschaft bei uns betreut?
  • Viel diskutiert
  • Wir freuen uns sehr mit Ihnen, dass Sie ein Kind erwarten.
    Da beim Gespräch im Sprechzimmer sicher die eine oder andere Frage unbeantwortet bleibt oder schlicht vergessen wird, haben wir noch einmal aufgeschrieben, was wir in der Schwangerschaft für wichtig halten. Bitte lesen Sie diese Zeilen sorgfältig durch.

    Zu Ihrer Lebensgeschichte:

    Gibt es in Ihrer Familie Kinder mit Behinderungen, viele Fehlgeburten, eine besonders häufig vorkommende Erkrankung, Diabetes, Hochdruck? Ist in einer vorausgegangenen Schwangerschaft ein Problem aufgetreten? Bitte geben Sie diese Informationen an uns weiter. Auch dann, wenn es Besonderheiten in der Familie des zukünftigen Vaters gibt.

    Müssen Sie regelmäßig Medikamente nehmen:

    Bitte teilen Sie uns unbedingt mit, ob Sie regelmäßig Medikamente einnehmen. Eventuell muss hier eine Umstellung vorgenommen werden.

    Rauchen Sie?

    Wenn Sie es irgendwie schaffen, sollten Sie während der Schwangerschaft und – noch wichtiger – während des Stillens damit aufhören. Vielleicht können Sie auch Ihren Partner zum gemeinsamen gesunden Leben überreden. Gemeinsam geht es leichter! Ein Kind , das durch Ihren nicht geschädigten Mutterkuchen gut ernährt wird und später weniger Lungenprobleme hat, dankt es Ihnen.

    Fleisch:

    Absolut verboten ist rohes Fleisch (Tartar, Mett etc.). Es besteht, wenn auch geringe, Trichinengefahr und vor allem eine Übertragungsmöglichkeit der Toxoplasmose.
    Leber und Leberwurst sollten nur vom Biobauern gegessen werden. Es wird vermutet, dass industriell hergestellte Leberwurst eine zu hohe Konzentration von Vitamin A enthält, das in hoher Konzentration zu schweren kindlichen Schädigungen führen kann.
    Gekochter, geräucherter Schinken und Salami sind erlaubt, wenn sie sauber gelagert oder verschweißt sind und nicht über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus gegessen werden. Wie bei Lebensmitteln generell, gelten immer die gängigen Hygienemaßnahmen, ob im Herstellerbetrieb oder bei Ihnen zuhause. Also z.B. den Salat und das Gemüse gut waschen, und die Hände nach dem Kontakt oder der Zubereitung von rohem Fleisch gründlich waschen.

    Fisch:

    Das Gleiche gilt übrigens auch für Fisch:
    Roher Fisch ist wegen der Möglichkeit einer Infektion z.B. mit Fischbandwurm oder Listeten verboten. Beides sind jedoch extrem seltene Infektionen. Verzichten sie trotzdem besser auf Sushi mit rohem Fisch. Alle andern Sushi-Artem sind natürlich genehmigt! (Gemüse, Schillerlocken, Ente, etc.)
    In der Diskussion steht auch immer wieder "geräucherter Lachs" - Sauber gelagert und verpackt und innerhalb des Mindesthaltbarkeitsdatums gegessen, sollte dies kein Problem sein.

    Milch:

    Ein 1/4-Liter Milch, Milchprodukte wie Joghurt, Quark etc. nützen Ihren Zähnen und den Knochen Ihres Kindes, außerdem enthalten sie eine Menge Spurenelemente.
    Rohmilchprodukte (meist nur im Ökoladen oder direkt vom Bauern) sollten Sie wegen der sehr selten vorkommenden Listeriose (Infektionskrankheit) meiden.
    Käse aus hocherhitzten Milchprodukten ist jedoch absolut ungefährlich, wie auch z.B. abgepackter Mozzarella.
    Sollten Sie eine Milcheiweißallergie haben, nehmen Sie bitte Kalziumtabletten. Es reichen auch die vom Discounter.

    Zähne:

    „Ein kaputter Zahn bei jedem Kind“ wurde früher gesagt. Das muss nicht sein, wenn Sie Ihre Zähne sorgfältig pflegen. Ein Zahnarztbesuch nach der 12. SSW (wegen einer möglichen Betäubung vor dem „Bohren“ bitte nicht früher) sollte zu Ihrem Schwangerschaftsprogramm gehören.
    Der Zahnschmelz ist weich und bietet leichte Angriffsfläche für Karies.
    Zahnfleischbluten und gelegentliches Nasenbluten sind übrigens völlig normale Phänomene während der Schwangerschaft und haben mit den veränderten Gerinnungseigenschaften des Blutes zu tun.

    HIV-Test:

    Im Rahmen der Blutabnahme für den Mutterpass wird Ihnen ein HIV-Test angeboten, der sicher sinnvoll ist. Wir möchten fürsorglich jedoch darauf hinweisen, dass bei uns keine vollständige Anonymität gewährleistet werden kann. Wenn Sie einen anonymen Test möchten, sollten Sie zur AIDS-Beratungsstelle im Gesundheitsamt gehen.

    Katzen:

    Bei der ersten Blutabnahme testen wir kostenlos mit, ob Sie schon einmal eine Toxoplasmose durchgemacht haben. Diese Erkrankung wird über Katzenkot und über rohes Fleisch übertragen. Die Infektion während der Schwangerschaft kann zu Hirnschädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen. Buddeln Sie bitte deshalb im Garten nur mit Handschuhen und waschen Sie sich die Hände, bevor Sie etwas essen, wenn sie mit Ihrer Katze geschmust haben. Dies gilt natürlich nur für Katzen, die auch das Haus/die Wohnung verlassen. „Sofa-Tiger“ fressen keine Mäuse, die die Toxoplasmose übertragen.
    Hatten Sie die Erkrankung bis jetzt noch nicht, könnten Sie in der Mitte der Schwangerschaft einen weiteren Test machen lassen, der dann allerdings selbst bezahlt werden muss.

    Haarfärbeprodukte:

    Es ist diskutiert worden, ob Haarfärbemittel (vor allem die dunklen Farben) möglicherweise zu einer Erhöhung des Blasenkrebsrisikos führen. In diesem Zusammenhang wird auch davon abgeraten, in der Schwangerschaft Haare zu färben. Vielleicht besser Bioprodukte benützen. Strähnchen sind sicher erlaubt.

    Nahrungsergänzungsmittel während der Schwangerschaft:

    Es wird Ihnen möglicherweise so vorkommen, als hätten Sie noch nie so viele Medikamente eingenommen, wie jetzt während der Schwangerschaft. Aber meist sind es nur Substanzen, die das Kind zur Entwicklung im Überfluss braucht. Sie werden deshalb auch nicht von den Krankenkassen bezahlt. Sie bekommen von uns ein Privatrezept.
    Bitte überprüfen Sie auch kritisch, ob Sie die z.T. sehr teuren Nahrungsergänzungsmittel der Industrie speziell für die Schwangerschaft wirklich brauchen. Wir glauben, dass diese Mischprodukte bei unseren Essgewohnheiten nicht erforderlich sind.

    1. Folsäure
    2. Eine ausreichende Aufnahme von Folsäure ist schon zum Zeitpunkt der Befruchtung wichtig. Sie haben dies wahrscheinlich schon getan, wenn Sie in einer Kinderwunschbehandlung waren, oder wenn Sie bereits ein Kind mit einer Spaltbildung haben (Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte oder offener Rücken), oder wenn diese seltene Erkrankung gehäuft in der Familie aufgetreten ist.
      Für alle anderen Frauen gilt als Empfehlung: vom Zeitpunkt der Schwangerschaftsfeststellung bis ungefähr zur 12. Schwangerschaftswoche sollten 800 mg Folsäure eingenommen werden, ab der 12.Woche bis zum Ende der Stillzeit 400 mg. Besonders empfohlen wird die Folsäure-Einnahme den Frauen, die Medikamente wegen eines Anfallsleidens nehmen müssen, starken Raucherinnen und Frauen, die überhaupt kein Obst und Gemüse - den natürlichen Folsäurelieferanten – essen.

    3. Jod
    4. Es wird zur Zeit empfohlen, 150 mg Jod täglich in Tablettenform zu sich zu nehmen.
      Nehmen Sie jedoch wegen einer Schilddrüsenerkrankung schon ein Schilddrüsenmedikament, bitten wir Sie die Dosis ab der 16. SSW von Ihrem Arzt neu einstellen zu lassen.

    5. Eisen:
    6. Sie brauchen während der Schwangerschaft etwa doppelt soviel Eisen. Sie fühlen sich bei Eisenmangel schlapp und müde, weil Ihr Kind Ihre Eisenspeicher „ausraubt“. So kann es erforderlich sein, Eisen in Tablettenform zu sich zu nehmen. Wir testen dies jedoch regelmäßig mittels Blutabnahmen aus dem Ohrläppchen.
      Man sollte die Tablette möglichst morgens mit einem Schluck Orangensaft (Vitamin C) nehmen, da dadurch das Eisen besser in den Körper aufgenommen werden kann. Ihr Stuhl färbt sich dadurch übrigens dunkel – nicht erschrecken – und manchmal gibt es auch Verstopfung. Bitte viel trinken.

    7. Magnesium:
    8. Falls Sie während der Schwangerschaft unter meist nächtlichen Wadenkrämpfen leiden, oder vorzeitige Wehen das Leben schwer machen, brauchen Sie Magnesium. Manchmal in hohen Dosen – dies beruhigt die Muskulatur der Waden und der Gebärmutter ohne Ihr Kind zu schädigen.

    9. Sodbrennen:
    10. Da der Muskel am Magenausgang als „Korken“ des Magens nicht mehr richtig schließt und Sie wesentlich mehr Magensäure produzieren, leiden viele Frauen unter „ saurem Aufstoßen“, dem Sodbrennen. Dies lässt sich mit neutralisierenden, für das Kind ungefährlichen, Medikamenten lindern. Auch Nüsse und Heilerde helfen manchmal.

    Noch ein Wort zur Ernährung:

    Essen Sie bunt durcheinander, ganz normal. Dann haben Sie die größte Chance, dass auch alles „drin“ ist, was Ihr Körper braucht. Essen Sie ruhig das, worauf Sie gerade Lust haben. Ihr Körper weiß ganz genau, was ihm guttut.

    Am Anfang der Schwangerschaft kann Ihnen entweder so übel sein, dass schon der Gedanke an Essen unerträglich ist, oder Sie haben ein ständiges Hungergefühl. Essen Sie das Unwohlsein, wenn es geht einfach weg. Es gibt hunderte von Ratschlägen zu diesem Thema. Hier ein paar bewährte von uns:

    • 10 x am Tag kleine Mahlzeiten
    • Traubenzucker in der Tasche für Kreislaufnotfälle
    • Ingwerplätzchen oder –tees
    • Cola/Sprite etc. hilft manchmal durch die Kohlensäure und den „schnellen“ Zucker

    Falls Sie zeitweise nichts essen möchten, ist dies auch in Ordnung. Eine Gewichtsabnahme in den ersten Wochen ist für Ihr Baby nicht schlimm – es holt sich, was es braucht aus Ihrem Blut.
    Ab dem 4./5. Monat nehmen dann auch Sie zu.

    Sollten Sie sehr einseitige Essgewohnheiten haben : z.B. vegan – teilen Sie uns das unbedingt mit, da es zu einer Mangelernährung Ihres Kindes kommen kann.

    Übrigens: wir wiegen nur auf Wunsch. Ihr Gewicht hat, von wenigen Ausnahmen abgesehen, keinen Einfluss auf die Gesundheit oder Größe Ihres ungeborenen Kindes.

    ZUCKERERKRANKUNG (Diabetes) in der Schwangerschaft:

    Zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche führen wir einen – freiwilligen – Test durch, der die Neigung zum Schwangerschaftsdiabetes aufdecken soll. Diese Erkrankung kann zu einem großen Baby und damit zu einem erhöhten Geburtsrisiko führen. Für diesen Test müssen Sie ein Glas Zuckerwasser trinken. Eine Stunde später wird Ihnen Blut abgenommen und das Ergebnis wir auch gleich mitgeteilt.

    Sollte der Wert nach einer Stunde zu hoch sein, besteht ein 30%-iges Risiko, dass Ihre Bauchspeicheldrüse am Ende der Schwangerschaft nicht genügend Insulin produziert. Ob Sie zu dieser Gruppe gehören, wird mit Hilfe eines 2-Stunden-Testes festgestellt. Erst danach wird entschieden, ob Sie zum Beispiel eine Kohlenhydratdiät einhalten müssen, oder wirklich Insulin benötigen.

    Sport:

    Eine Schwangerschaft ist zwar anstrengend, aber wenn Sie sich gut fühlen, können Sie selbstverständlich weiter Sport treiben, auch reiten, in die Sauna gehen, Geschlechtsverkehr haben, in den Urlaub fahren (auch mit dem Flugzeug zumindest bis zur 32. SSW).

    Lassen Sie sich nicht verunsichern – sie wissen am besten wie es Ihnen geht und was Sie sich zumuten können.

    Erst wenn eine Untersuchung etwas Beunruhigendes ergibt oder wenn Sie Blutungen oder Wehen bekommen, gelten neue Verhaltensregeln.

    Wie wird bei uns eine Schwangerschaft betreut?

    Nach Feststellung der Schwangerschaft mittels Ultraschall und einer Blutabnahme kommen Sie in der Regel etwa 2 Wochen später, um mit uns den Mutterpass auszufüllen. Außerdem wird ein Abstrich vom Muttermund zum Ausschluss einer bösartigen Veränderung durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt wird durch eine 2. Ultraschalluntersuchung der Entbindungstermin festgelegt und während der Schwangerschaft nicht mehr verändert.
    Die weiteren Vorsorgeuntersuchungen finden bei einer normalen Schwangerschaft alle 4 Wochen statt. Ab der 32. Woche wird Ihr Besuch bei uns häufiger: alle 2 Wochen. Ihr Baby wird ab diesem Zeitpunkt über eine Herztonkurve (CTG) überwacht. Das dauert ca. eine halbe Stunde. Vielleicht hat Ihr Mann ja Zeit und Lust mitzukommen.

    Väter sind übrigens immer herzlich willkommen!

    Falls Ihr Kind bis zum errechneten Entbindungstermin noch nicht den Weg in die Welt gefunden hat, werden 2-tägige Kontrollen durchgeführt. Eine solche Übertragung ist völlig ungefährlich und häufig, da die Terminberechnung nur eine statistische Größe ist.
    Wann IHR Kind zur Welt kommt, bestimmt es ganz alleine. Behalten Sie also Geduld und „schalten Sie auf Durchzug“, wenn die gesamte Verwandtschaft ständig nachfragt.

    ULTRASCHALL

    Von den Krankenkassen werden in einer normalen Schwangerschaft 3 Ultraschalluntersuchungen vorgeschrieben und bezahlt. Bei uns ist ein 4. Ultraschall in der Frühschwangerschaft üblich, häufig auch noch eine Gewichtsbestimmung am Ende der Tragzeit.
    Den von uns so genannten „Großen Ultraschall“ (oder Zweittrimesterscreening oder Feindiagnostik) um die 22. Schwangerschaftswoche finden wir am wichtigsten, weil hier viele Fehlbildungen ausgeschlossen werden können. Für diese Untersuchung haben wir Termine an bestimmten Wochentagen vorgesehen.
    Seit dem 1.6.2013 können Sie bei dieser Untersuchung zwischen zwei Alternativen wählen, um eventuelle Auffälligkeiten zu erkennen:

    • a: Einer "Basis-Ultraschalluntersuchung"
    • b: Einer "Erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung"

    Wenn Sie sich für eine Basis-Ultraschalluntersuchung entscheiden werden nur Größe und Lage des Kindes in der Gebärmutter bestimmt. Wenn Sie sich für einen erweiterten Basis-Ultraschall entscheiden werden zusätzlich der Kopf des Kindes, Hals, Rücken, Brustkorb und Rumpf des Babys untersucht um eventuelle Fehlbildungen festzustellen. Auch diese Ultraschalluntersuchung wird von der Krankenkasse übernommen.
    Dabei führen wir auch eine Farbdoppleruntersuchung der mütterlichen Blutgefäße der Gebärmutter durch, um Wachstumsverzögerungen Ihres Kindes eventuell schon vorhersehen zu können.
    Der 4. Ultraschall findet in der 30.-34. SSW statt, um z.B. den Sitz des Mutterkuchens, Lage und Größe des Kindes und die Menge des Fruchtwassers zu beurteilen.
    Wenn erforderlich, werden natürlich auch dazwischen Untersuchungen durchgeführt.
    Weitere Ultraschalluntersuchungen sind nach den Mutterschaftsrichtlinien nicht vorgesehen, obwohl es spezielle medizinische Gründe gibt (siehe den Absatz über „Genetische Defekte“).

    3D/4D Ultraschall ist eine reine Selbstzahlerleistung. Er ist im Katalog der Krankenkassen nicht vorgesehen.

     

    Hebammenbetreuung:

    Frau Katrin Büsscher und Frau Antje König sind in unserer Praxis als freiberufliche Hebammen niedergelassen. Wenn Sie möchten, übernehmen sie ab der 20. SSW abwechselnd mit uns die Vorsorgeuntersuchungen. Sie wissen am besten über die Entbindungsmöglichkeiten in und um Lüneburg Bescheid und können Ihnen in vielen Fragen rund um die Schwangerschaft behilflich sein.
    Soweit es Ihre Zeit erlaubt, übernehmen sie auch die Wochenbettbetreuung.
    Über die ausliegenden Hebammenlisten haben Sie außerdem die Möglichkeit eine Hebamme, bzw. einen Geburtsvorbereitungskurs auszuwählen.

    Und noch einige Worte zu einem viel diskutiertem Thema:

    Pränatale Diagnostik – Genetischer Defekt (z.B. Trisomie 21)

    Immer wieder ist in der Vergangenheit versucht worden, vorherzusagen, ob ein ungeborenes Kind ein Chromosom (menschliches Erbmaterial) zu viel hat und deshalb „mongoloid“ geboren werden wird (Trisomie 21). Ab einem mütterlichen Alter von über 35 Jahren steigt das Risiko schnell an.
    Die größtmögliche Sicherheit, einen solchen Defekt auszuschließen, bekommt man noch immer durch invasive Methoden wie einer Fruchtwasserpunktion (Amniocentese) oder einer Gewebeentnahme aus dem Mutterkuchen (Chorionzottenbiopsie). Da diese Eingriffe jedoch nicht ohne Risiko sind (0,5 – 1 % Fehlgeburten aufgrund des Eingriffs), wurde immer wieder nach Alternativen gesucht.
    Mit Hilfe von neuen hochauflösenden Ultraschallgeräten konnte ein Verfahren entwickelt werden, bei dem ohne Eingriff am Foeten eine gute Aussage über die chromosomale Gesundheit des Kindes gemacht werden kann:

    Zwischen der 11. Und der 14. SSW wird im Bereich des kindlichen Nackens eine Flüssigkeitsansammlung vermessen (Nackentransparenz oder Nackenfalte). Zusätzlich zu einer Reihe von anderen Informationen wird dieser Messwert in ein europaweit erstelltes Programm eingespeist. Als Ergebnis erhalten Sie eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit mit der Ihr Kind eine Trisomie aufweist.
    Auch wenn dies keine Sicherheit darstellt, werden immerhin 80 % aller Trisomie-kinder mit Hilfe dieses Verfahrens entdeckt. Lassen Sie sich auch noch Blut abnehmen, aus dem 2 Hormonparameter bestimmt werden (PAPP a und free ß-HCG), erhöht sich die Wahrscheinlichkeit um weitere 10 % auf 90%.
    Nach Durchlaufen jährlicher Qualifizierungsverfahren sind wir berechtigt, Ihnen diese Messung anzubieten. Leider ist dies, wie sooft, nicht Bestandteil der Mutterschaftsvorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Falls Sie eine solche Untersuchung wünschen, vereinbaren Sie mit uns einen besonderen Termin zwischen der 12. Und 14. SSW.

    Nichtinvasive pränatale Untersuchung aus dem Blut der Mutter:

    Seit kurzer Zeit steht eine neue Möglichkeit zur Verfügung, die Anzahl der Chromosomen Ihres Kindes zu testen: Im mütterlichen Blut schwimmt freie kindliche DNA aus der in einem komplizierten Verfahren die wahrscheinliche Menge der Chromosomen 21, 18 und 13 gefunden werden können. Diese Methode ist sehr zuverlässig und wird für das Chromosom 21 mit über 99% angegeben.
    Es wird dafür frühesten in der 10. SSW von Ihnen Blut abgenommen.
    Nach deutschem Recht darf das Ergebnis dann in der 12. SSW mitgeteilt werden Sie können dann auch entscheiden, ob Sie das Geschlecht wissen möchten.
    Der Test kann jedoch keine ausführliche Ultraschalluntersuchung ersetzen, bei der strukturelle Veränderungen beim ungeborenen Kind erkannt werden können.

    Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie zu diesem komplizierten Thema noch Fragen haben.

    Untersuchung des Scheidenmilieus auf Streptokokken:

    Streptokokken sind Bakterien, die zum normalen Keimspektrum der Scheide gehören können. Bei einer nicht schwangeren Frau stellen sie keinen behandlungsbedürftigen Befund dar.
    Anders ist das, wenn ein neugeborenes Kind damit infiziert wird, vor allem, wenn es zum vorzeitigen Blasensprung kommt und das Baby noch unreif ist. Dann kann es zu einer gefürchteten Neugeboreneninfektion kommen (Sepsis). Es gibt deshalb die Empfehlung, nach diesen Keimen kurz vor der Entbindung zu suchen, um während der Geburt eine Antibiotikaprophylaxe (vorsorgliche Antibiotikagabe) durchführen und das neugeborene Kind dadurch schützen zu können.
    Auch dies ist keine Kassenleistung und muss selbst bezahlt werden. Sprechen Se uns an, wenn Sie diese Vorsorge wünschen.

    So – jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Viel Spass mit dem runder werdenden Bauch !!!!

    Ihr Praxisteam

    P.S.: Hier noch eine nette, und vor allem kontrollierte, Internetseite:

    www.frauenaerzte-im-netz.de, da auf die Schwangerschaftsseite gehen